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Die Lederarten im Überblick


Leder ist nicht gleich Leder

Die individuellen Merkmale des Tieres, die das Leder in sich trägt, sind eine Ursache für die verschiedenen weiteren Arbeitsschritte zur Lederherstellung.

Aber natürlich auch Modetrends und Ansprüche der Kunden tragen mit dazu bei, daß viele Wege beschritten werden, bis das fertige Möbelleder vorliegt. Außerdem sollen aus unterschiedlichen Häuten große Mengen gleich aussehender Leder gemacht werden, damit der Möbelhersteller seinem Kunden ein einheitliches Produkt anbieten kann.

Nach einem weiteren Reinigungsschritt beginnt der Färbungsvorgang. Die Leder

werden in der sogenannten Faßfärbung durchgefärbt, also in eine Farblösung getaucht. Nach dieser Färbung trennen sich dann die Wege der einzelnen Häute, und hierbei spielt dann die Beschaffenheit der Haut nochmals eine große Rolle...

 


Reines Anilinleder

Ein offenporiges Leder, es ist weich, äußerst atmungsaktiv und sofort warm. Es wird lediglich gegerbt und durchgefärbt und genau hier liegt das Besondere an dieser Edel-Lederkategorie. Reines Anilinleder hat offene Porenund zeigt ALLE Naturmerkmale, wie z.B. Narben von Weidezäunen, Insektenstiche oder Mastfalten - und genau das schätzt der Kenner. Natürlich wird aber nicht jede x-beliebige Haut zu reinem Anilin verarbeitet - nur ca. 15 % der Häute halten der Auswahl stand. Das Leder wird nur noch gefettet, denn der Fettgehalt bestimmt wesentlich die Eigenschaften des Leders, z.B. die Weichheit und den warmen Griff.Es lässt sich durchaus mit Edelholz vergleichen bei dem Maserung und Äste den unverwechselbaren Charakter schaffen.

Reines Anilinleder ist das, was des Liebhabers Herz höher schlagen lässt, es hat Ausstrahlung und Warmherzigkeit und lebt aufs Angenehmste mit Ihnen.

Mit dieser Lederart wird Ihr Polstermöbel IHR aabsolutes Unikat - wertvoller geht es kaum.

Wer allerdings eine gleichmäßige Optik ohne Naturmerkmale bevorzugt, sollte von diesem Leder die Finger lassen und ein gedecktes Leder wählen!!!

 


Semi-Anilinleder

Weisen die Häute mehr Naturmerkmale auf, als für die Herstellung von Rein-Anilinledern erlaubt ist, wird nach der Faßfärbung eine leichte schönende Farbschicht aufgebracht. Die Naturmerkmale sind dann zwar noch teilweise sichtbar, aber doch etwas egalisiert. Manche Leder werden zusätzlich geprägt oder gebügelt, um ihnen ein natürliches und lebendiges Aussehen zu verleihen. Dieses Leder erhält nach der Färbung eine Schutzschicht, um Schmutz abweisen zu können.

Diese leichte Deckschicht macht das Leder unempfindlicher, erhält aber den angenehmen Griff. Trotz Farbdeckschicht immer noch weich und griffig, stellt das leicht pigmentierte Leder die Mittelklasse der Möbelleder dar.

Auch die Poren der Haut sind noch größtenteils zu erkennen, daher sind auch hier, ähnlich wie beim Rein-Anilin, Atmungsaktivität und Temperaturausgleich möglich.

Dieses Leder ist durch die zusätzliche Pigmentierung auch besser gegen äußere Einflüsse geschützt als das offenporige Anilinleder.

 


Pigmentiertes / gedecktes Leder

Für diese Leder werden die Häute mit den meisten Naturmerkmalen verwandt. Es wird eine Farbschicht aufgebracht, um eine ansprechende gleichmäßige Optik für die Oberfläche zu erreichen. Die Naturmerkmale sind beinahe nicht mehr zu erkennen, sie werden abgedeckt, daher der Begriff „gedeckte Leder“.

Infolgedessen sind natürlich auch die Poren so gut wie nicht mehr zu erkennen.Manche Leder werden zusätzlich geprägt oder gebügelt, um ihnen ein lebendiges Aussehen zu verleihen. Auch dieses Leder erhält nach der Färbung eine Schutzschicht, um Schmutz abweisen zu können.

Der Vorteil: toben Hund, Katze und Kinder auch manchmal über Ihr neues Sofa hinweg, sind die meisten froh wenn das Sofa so pflegefreundlich wie möglich ist und das man im Falle eines Falles Verschüttetes mit einem saugfähigen Tuch rasch entfernt werden kann und nicht sofort in die Poren eindringt.

Bei dieser Lederart wird die Pigmentierung so strak aufgetragen, das die meisten Naturmerkmale unsichtbar gemacht werden und das Leder so gut wie möglich gegen äußere Einflüsse geschützt wird. Durch die weitestgehend geschlossenen Poren ist natürlich auch die Atmungsaktivität und die Möglichkeit eines Temperaturausgleiches verringert.


Saddle

Diese Leder atmet, weil es wie Anilinleder ein offenporiges Leder ist. Der leichte Farbauftrag umschließt und schützt die Poren, verschließt Sie aber nicht. Beim Sitzten wirkt sich dies sofort auf den Wärmeaustausch aus.

Saddle gehört zu den beständigsten Ledern der Welt. Was Ihre Hände da fühlen ist ein Leder der absoluten Luxusklasse. Beindruckend natürlich und nahezu unverwüstlich - kein Wunder das auch heute noch Renn-und Militarysättel, die höchster Beanspruchung ausgestetzt sind, aus diesem Leder gefertigt werden.

 


Rauh- bzw. angeschliffene Leder

Nubuk, Velour- und Wildleder - Anders als die bisher beschriebenen Lederarten zeichnen sich Rauhleder durch eine samtige Oberfläche aus. Während dieser Effekt beim Nubukleder durch ein Anschleifen der an sich glatten Oberseite des Narbenspaltes erzeugt wird, wird für das Velourund

Wildleder die Unterseite des Narbenspaltes und auch der Fleischspalt ver wendet. Bei Nubukledern wird eine starke Lebendigkeit der Oberfläche erreicht, indem sie durch eine Prägung je nach aktueller Mode mit einem Muster versehen wird. In der Regel wird eine Imprägnierung aufgebracht, um Schmutz abzuweisen.

Beim Velourleder wird also die bereits vorhandene samtige Beschaffenheit dieses Teiles der Haut genutzt, beim Nubukleder entsteht erst durch das Abschleifen eine nicht ganz so fasrige, aber doch sehr angenehme, samtartige Oberfläche. Diese Oberflächenbeschaffenheit schließt das Aufbringen einer Farbschicht nach der Faßfärbung aus, da diese die Fasern verkleben würde. So besticht dieser Ledertyp durch sehr hautsympathische Weichheit, Anschmiegsamkeit und Wärme. Dieses Leder läßt sich vor Verschmutzung nur durch eine regelmäßige Imprägnierung schützen, die Sie auch zu Hause auffrischen können.

Allerdings wird dieses Leder wie grobe Stoffe "platt gesessen", es entstehen sogenannte Sitzspiegel und das Leder erscheint bei unregelmäßiger Pflege schnell "speckig". Wir raten nach Möglichkeit ein anderes Leder für Ihr Polstermöbel zu wählen!


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