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Bezüge

Bezugsstoffe werden maschinell in festgelegter Breite (in der Regel 140 cm) produziert. So entsteht eine gleichmäßige Oberfläche in Farbe und Struktur. Leder hingegen kommt nicht von der Rolle. Die Lederhäute sind unterschiedlich groß und haben unregelmäßige Formen. Das Zuschneiden ist daher aufwändiger. Die ressourcenschonende Ausnutzung von Leder zwingt dazu, auch kleinere Teilflächen zusammenzunähen. Dadurch können im Vergleich zur Stoffausführung zusätzliche Nähte entstehen.

Faltenbildung

Je nach Stärke (Dicke) des Bezugmaterials fällt die Faltenbildung unterschiedlich aus. Sie ist nicht zu verhindern – ganz im Gegenteil, Ihr Sofa erhält dadurch einen schönen, individuellen Charakter!! Als grobe Richtlinie gilt: Dünne, nicht so starke Materialien bilden mehrere, kleine Falten. Dicke Materialien bzw. Bezüge mit starkem Untergewebe bilden weniger, dafür aber größere Falten.

Unterschiedlich breite Sitze können bei gleichem Polsteraufbau unterschiedliche Sitzfestigkeiten haben. Bei Eckelementen von Polsterteilen können konstruktiv bedingte Differenzen in der Festigkeit auftreten. Da die Bezüge über Ihr Körpergwicht an den Stellen etwas unterschiedlich gedehnt werden, kann die Faltenbildung an einzelnen Sitzplätzen unteschiedlich ausfallen.

Alle Bezüge, Leder und Stoff sollten regelmäig von innen nach außen glatt gestrichen werden!

Mircofaser

Dieses Bezugsmaterial besteht aus einem Verbund mikroskopisch feiner Fasern, in wirrer Faserordnung aufgebaut. Aus dieser rein synthetischen Faser können verschiedene Arten von Microfaserstoffen hergestellt werden. Besonders hervorzuheben ist bei diesem Stoff der angenehme Griff und die Optik. Bedingt durch die verwendeten Fasern wird dieser Stoff auch als pflegefreundlich bezeichnet. Auch bei den gewebten oder gewirkten Microfaserstoffen kann sich bei Gebrauch eine Pillingbildung einstellen. Weiterhin ist hier im Gebrauch mit einer Patinabildung - vergleichbar mit der bei Nubukleder - zu rechnen. Diese beeinträchtigt jedoch nicht die Haltbarkeit und Gebrauchstüchtigkeit des Stoffes, sondern ist als eine warentypische Eigenschaft dieses Bezugsmaterials anzusehen.

Flachgewebe

Als Flachgewebe bezeichnet man Gewebe, bei denen sich zwei Fadengruppen rechtwinklig überkreuzen. Besonders hervorzuheben ist bei diesem Stoff, bedingt durch die Herstellungsart, die Optik sowie der angenehme Griff. In seiner warentypischen Eigenschaft und in seinem Gebrauchsverhalten ist Flachgewebe mit Bekleidungsstoff zu vergleichen. Als normal/ warentypisch bezeichnet man bei diesem Bezug die sogenannte Pillingbildung (Knötchenbildung). Hier können Sie eventuell, um Abhilfe zu schaffen, einen handelsüblichen Fusselrasierer verwenden.

Chenille

Bei Chenille-Stoffen handelt es sich um Flachgewebe, bei dem, im Gegensatz zu anderen Flachgeweben, Chenille-Garn in den Stoff eingewebt ist. Dadurch erhält dieser Bezug eine griffige und weiche Optik. Je weicher und angenehmer er ist, um so weniger fest sind die Fasern miteinander verdreht. Deshalb ist er weniger strapazierfähig. Leichte optische Veränderungen durch geringe Florverluste im Gebrauch sowie durch die Benutzung entstehende Sitzspiegel (Gebrauchslüster) sind warentypische Eigenschaften des Chenillestoffes.

 

Velours

Velours ist eine Sammelbezeichnung für alle Stoffe, bei denen Fasern in ein Grundgewebe eingewebt werden. Besonders hervorzuheben ist bei diesem Stoff der angenehme Griff, die Optik und die Strapazierfähigkeit. Als warentypisch und somit normale Eigenschaften sind bei diesem Stoff, wie auch bei Samtstoffen aus der Bekleidung, folgende Punkte zu bezeichnen: Changieren (hier entsteht der Eindruck, dass der Stoff Farbunterschiede aufweist). Sitzspiegel (durch den Einfluss von Druck, Körperwärme, Körper- und Luftfeuchtigkeit kann unter Umständen eine sichtbare Florlagenveränderung entstehen. Diese erwecken je nach Lichteinfall, besonders bei Veloursmöbelbezugsstoffen oder Flachgeweben aus Chenille, den Eindruck von Flecken). Diese Eigenschaften sind je nach Höhe des Flors bei Velours eine warentypische Erscheinung.

Flockstoffe

Dieses Bezugsmaterial zählt nicht zu den Webstoffen. Hierbei wird in einem elektrostatischen Verfahren eine Polyamidfaser auf ein starkes Trägermaterial aufgebracht und befestigt. Flockware zeichnet sich durch hohe Farbenvielfalt und Gebrauchstüchtigkeit aus. Sitzspiegel und das Changieren des Stoffes sind warentypische Eigenschaften und beeinträchtigen die Strapazierfähigkeit des Bezuges nicht.

 

Kunstleder

Kunstlederbezüge zeichnen sich aus durch eine naturgetreue Optik, einen softigen Touch, strapazierfähig, abriebfest und leicht zu reinigen. Zur Pflege einfach das Material regelmäßig mit warmem Wasser und einem feuchten Tuch abwischen. Besonders empfehlenswert ist hierbei die Verwendung eines handelsüblichen Mikrofasertuches. Zur Beseitigung von Verschmutzungen und Flecken zusätzlich Feinwaschmittel ins warme Wasser geben. Flecken sollten schnellstens entfernt werden, um bleibende Rückstände zu vermeiden. Bei der Reinigung keine lösungsmittelhaltigen oder scheuernden Mittel einsetzen. Außerdem dürfen keine fett- und ölhaltigen Pflegemittel eingesetzt werden. Eine regelmäßige und sachgemäße Pflege wird Ihnen eine lange andauernde Freude an Ihrem Polstermöbel bescheren.

Pflege und Reinigung der zuvor beschriebenen Stoffarten

Wie alle Materialien des täglichen Gebrauchs benötigen auch Möbelbezugsstoffe eine regelmäßige Pflege, da sie ebenfalls der ständigen Staub- und Kontaktverschmutzung ausgesetzt sind. Allgemein sollte man die Verschmutzungen nicht zu intensiv werden lassen, um die Reinigungsmaßnahmen nicht zu erschweren und das Einziehen der Verschmutzungen in den Bezugsstoff zu verhindern. Die richtige Reinigung und Pflege erhält den Gebrauchswert Ihrer Polstermöbel.

Vermeiden Sie, Ihre Polstermöbel direkter Sonneneinstrahlung und nahem Halogenlicht auszusetzen. Sie könnten ausbleichen.

Unterschiede zwischen einer Unterhaltspflege und Reinigung

Unterhaltspflege (zutreffend auf alle Bezugsarten):

Sie ist gleichzusetzen mit der täglichen Körperpflege des Menschen. D.h. hierbei werden Verschmutzungen, die im täglichen Gebrauch entstehen (Hausstaub, Kontaktverschmutzung, etc.), beseitigt und zwar durch regelmäßiges Absaugen mit einer Polsterdüse (geringe Saugstärke) und anschließendem Abbürsten mit einer weichen Bürste in Strichrichtung. Außerdem sollte der Bezugsstoff von Zeit zu Zeit mit einem feuchten - nicht zu nassen - Leder abgerieben werden, da gerade in zentralbeheizten Räumen die Luftfeuchtigkeit oft zu gering ist. Die Feuchtigkeit hält die Fasern elastisch und wirkt sich somit positiv auf die Langlebigkeit des Stoffes aus.

Reinigung:

Diese ist nur erforderlich bei außergewöhnlichen Verschmutzungen, z.B. nach kleinen “Unfällen”, die im Haushalt geschehen können (verschüttete Getränke, Speisen, Blut, etc.).

Fleckenentfernung sollte grundsätzlich die Arbeit des Polsterreinigers sein!!!

Wollen Sie es dennoch selbst versuchen, sollten Sie Folgendes beachten:

Grobe Teile, z.B. Speisereste, sollten mit einem Löffel oder einem Messerrücken entfernt werden. Eingetrocknete Flecken auf keinen Fall mit einem Fingernagel abkratzen, da die Gefahr besteht, dass die Fasern des Stoffes beschädigt werden. Flüssigkeiten werden mit einem saugfähigen Tuch entfernt, dürfen jedoch nur abgetupft - nicht abgerieben - werden.

Anschließend sollte zunächst eine Reinigung mit lauwarmem, destilliertem Wasser (30° C) und pH-neutralem Shampoo oder Feinwaschmittel versucht werden. Auf keinen Fall mit Haushaltsreinigern arbeiten, da diese säurehaltig sind und die Fasern des Stoffes angreifen.

Wichtig ist dabei, dass immer vom Rand zur Mitte hin gearbeitet wird, um den Fleck nicht zu vergrößern und um zu vermeiden, dass sich Ränder bilden.

Wollen Sie ein Reinigungsmittel verwenden, so bearbeiten Sie nie direkt die befleckte Stelle. Prüfen Sie erst an einer verdeckten Stelle des Polsterbezuges die Farbechtheit mit einem weißen, weichen, mit Reinigungs- bzw. Fleckenentfernungsmittel getränktem, sauberen Tuch.

Sind besondere Reinigungsanleitungen vorgegeben (z.B. bei mit Fleckschutz ausgerüsteten Stoffen), sind diese in jedem Fall maßgebend für die Reinigung. Wird dies nicht beachtet verfallen sämtliche Gewährleistungsansprüche! Die Reinigung ist generell leicht und ohne viel Druck durchzuführen.

Zuletzt den Flor aufbürsten. Bevor das gereinigte Möbelstück wieder benutzt werden kann, muss es vollkommen trocken sein. Nach dem Trocknen kann der Flor mit einem Staubsauger abgesaugt und einer weichen Bürste nochmals aufgebürstet werden.

Wir übernehmen keine Haftung & Gewähr für Schäden die durch Eigenhandeln nach o.g. Schilderungen zur Fleckenreinigung verursacht werden.

Fleckenentfernung sollte grundsätzlich die Aufgabe des Polsterreinigers sein.

 

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